ASKAR SQA70 Weitfeld Teleskop

Das Askar SQA70 ist ein 5-linsiges Flatfield Teleskop mit einer Brennweite von 336mm bei einer Lichtstärke von 4,8. SQA steht für Super Quality Apochromat. Es wird von Askar als Astrograph bezeichnet weil es laut Spezifikationen hervorragende Abbildungsdaten für die Astrofotografie hat.


Das Optiklayout basiert auf dem Prinzip eines Petzval Objektivs, wobei die Frontgruppe statt einem Duplet ein Triplet mit einer ED Glas Linse und Luftspalt beinhaltet und die bildseitige Gruppe in zwei Einzellinsen aufgespalten wurde, wobei die erste Linse eine ED Glas Linse ist. Dadurch kann man die sonst dem System inhärente Bildfeldwölbung gut kompensieren und die Restaberrationen minimieren.
Die Linsen sind im Optiktubus unbeweglich montiert, die Scharfstellung erfolgt durch einen beweglichen Auszug mit einer variablen Auszugslänge von 30mm. Auf dem bewegliche Auszug ist auch eine 360Grad Skala angebracht – diese wird allerdings erst sichtbar, wenn man den Auszug etwa 1cm ausgeschoben hat. Meine bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass bei etwa 55-56mm BFD die Auszugslänge bei etwa 15mm liegt – also ist die Skala gut sichtbar.

Links und rechts am fixen Tubusrohr befinden sich zwei Aufnahmen für zB Guidingkamera und Mini-Steuerung (ASIAIR oder StellaVita).


Auf Grund des optischen Konzepts als Petzval System ist kein genauer Abstand von dem bildseitigen Anschluss zur Sensorebene einzuhalten, laut Werksangabe - solange sich dieser in einem Bereich von 37-68mm bewegt. Es wird aber ein Abstand von 55mm empfohlen – ich denke, in diesem Abstand ist die Summe aller Restfehler ein Minimum, denn alle, auf der Webseite des Produkts gezeigten Adaptionen diverser Kameratypen weisen auf die üblichen 55mm als BFD hin.

Hier die Darstellung der fixen Position der bildseitigen optischen Elemente – Auszug ganz ausgezogen und Auszug ganz eingefahren
  

Die mechanische Qualität des Teleskops ist sehr gut, der Fokusauszug bewegt sich komplett ruckfrei, nicht zu leichtgängig und hat einen sehr stabilen Grob- und Feintrieb. Am Auszug können die meisten der gängigen AF Motoren einfach angebracht werden, was auch bildlich in der Werbung dargestellt wird.

Hier ist die linke Seite mit dem abgenommenen Grobtriebknopf zu sehen – an dieser Seite werden fast alle AF Motoren montiert.



Ich habe es probiert – der ZWO EAF, der iOptron iEAF und der Pegasus FocusCube lassen sich problemlos binnen weniger Minuten erfolgreich anbringen.

Auch der Primalucelab SestoSenso2 lässt sich gut anbringen – dieser aber konstruktionsbedingt auf der Feintriebseite, wie es hier zu sehen ist:

Der Anschluss von Kameras erfolgt über drei verschiedene Gewindeadapter – M42, M48 und M54. Wobei ich es eigenartig finde, dass nur der M48 Adapter eine Staubschutzkappe hat, die anderen haben keine Kappen.

    

Dafür gibt es an der Innenseite des M48 Adapters ein M48x0.75 Filtergewinde – siehe Aufnahme rechts oben.

Als Angabe für die Belastbarkeit des Auszugs habe ich 5kg gefunden, was praktisch für alle üblichen Kamera-Filterrad Kombinationen ausreichend ist – auch für meine Vollformat Kombination QHY600M mit 2“ EFW und ZWOCAA.

Die Rohrschellen, die den optischen Tubus halten, sind sehr massiv ausgeführt und machen einen wirklich stabilen Eindruck.

Auf derjenigen Seite, auf der sich nicht die Arretierungklemme (siehe oben) befindet, sind je 2 M6 und M4 Löcher in eine Mittelschiene der Schellen eingearbeitet. Diese können zur Anbringung eines weiteren Zubehörs verwendet werden.


Die Montage des OTA auf der Montierung erfolgt durch eine Vixen Schiene. Diese ist angenehm lang – deutlich länger als bei vielen vergleichbaren OTAs und die Anbringung auf den Rohrschellen erfolgt mit 4 Schrauben. Versetzen kann man die Vixen Schiene nur durch Abschrauben derselben und Anschrauben unter Verwendung anderer vorhandener Löcher – etwas umständlicher als ein Verschieben auf einer Lochschiene, aber vielleicht etwas solider.


Das Tauschutzschild ist fix montiert und ausziehbar – nicht allzu weit, aber das ist bei 336mm Brennweite eher logisch. Es wird mit einer Rändelschraube festgeklemmt – eine sichere Feststellung gegen Verschieben bei vertikaler Position des Teleskops.


Die Abbildungsqualität

Nachdem ich bereits ein ähnliches Teleskop mit ähnlichen Daten im Feldtest hatte und von dessen optischer Qualität weniger beeindruckt war, war es für mich besonders interessant, zu sehen, ob dieses Teleskop annähernd das hält, was in der Werbung angepriesen wird – eine ganz ausgezeichnete Abbildungsqualität, auch bei Vollformat.

Ich habe aus Gründen der direkten Vergleichbarkeit das gleiche Target für meine Probeaufnahmen gewählt wie bei dem vorigen Test, M81-M82.

Begonnen habe ich wieder mit der ASI2600MC, einer APS-OSC Kamera. Gleiche Bildorientierung, und gleiche Belichtungszeiten der Rohdaten. Auch wieder auf der EQ6R-Pro Montierung, gleiche Aufnahmesoftware NINA und gleiches Postprocessing.


Hier das integrierte Summenbild des erwähnten Targets, aufgenommen mit der ASI2600MC

Es fällt auf, dass ein geringes Ausmaß an Vignettierung erkennbar ist – nicht viel, aber bemerkbar. Gemessen am Summenstack von über 150 Einzelaufnahmen sind es etwa 3-5%. Diese geringe Vignettierung stellt kein Problem dar und kann ganz leicht mit Flats oder auch mit GraXpert eliminiert werden.
Hier am Bild ist sie etwas einseitig, das war aber durch den entsprechenden Mondstand verursacht, nicht durch die Optik oder die Justierung.

Ein einzelnes Rohbild, hier unten zu sehen, zeigt keine wahrnehmbare Vignettierung


Wie ist die Abbildungsqualität in den Ecken – hier die linke obere Ecke (ASI2600MC) eines einzelnen Rohbildes


Hier die rechte obere Ecke


Hier die rechte untere Ecke


Hier die linke untere Ecke


Die Abbildungsqualität ist sehr gut, es sind nur sehr geringfügige Farbrestfehler zu sehen – erkennbar an den größeren Sternen – ein leicht bläulicher Rand gegen die Mitte hin und ein leicht rötlicher Rand gegen die Ecke hin.
Auch diese geringen Fehler können mit der Korrekturfunktion von BlurXterminator komplett entfernt werden.
Geometrische Verzeichnungen und Verzerrungen runder Sterne sind bei 1:1 praktisch nicht erkennbar. Bei 5:1erkennt man dann eine ganz leichte Ovalität der Sterne, die ist aber für praktische Anwendungen ohne Bedeutung.


Von besonderem Interesse war für mich die Abbildungsqualität bei Vollformat – und hier mit der 61MPx OSC Kamera QHY600C. Diese ist, die bildliche Darstellung vorwegnehmend, gut, aber nicht perfekt (welche Optik ist schon perfekt bei Vollformat?)

Hier zuerst das Summenbild von wieder etwa 150 Rohbildern – QHY600C

Abgesehen von der durch den Mond bedingten Einseitigkeit der Vignettierung sieht man hier etwas mehr Randabschattung als bei APS. Ich habe sie gemessen und sie liegt im Bereich von etwa 10%.
Auch dieses Ausmaß ist kein Problem zu korrigieren – natürlich entfernen Flats diese komplett, aber genauso auch Apps wie etwa GraXpert oder ähnliche Algorithmen.

Und wie sehen die vier Ecken aus – hier einmal die linke obere Ecke der QHY600M – die additive Ungleichheit der Helligkeit durch den Mond fällt hier deutlicher auf


Hier die rechte obere Ecke



Hier die rechte untere Ecke


Hier die linke obere Ecke


Und hier die linke untere Ecke


Was in der rechten unteren Ecke zu sehen ist, ist etwas geometrische Verzeichnung der runden Sterne – sie sind leicht oval radial gerichtet – in dieser Ecke mehr als in den anderen Ecken. Bei einer 5:1 Nachvergrößerung kann man auch ein kleines Ausmaß an chromatischen Restaberrationen erkennen

Diese Restfehler werden aber durch Apps wie etwa BlurXterminator eliminiert – wie hier unten zu sehen ist:


Wenn man statt einer 61MPx Vollformat Kamera eine der üblichen 24Mpx Kameras verwendet, sollten alle diese geringen Fehler eigentlich nicht mehr zu erkennen sein, ich habe leider keine solche Kamera, daher kann ich nur mutmaßen – was aber durch die vielen Testberichte bestätigt erscheint, denn diese berichten nicht von diesen hier aufgezeigten Restfehlern.

Die mittige Abbildungsqualität der Optik ist hervorragend – auch Sterne im Bereich der Auflösungsgrenze werden noch klar erkennbar als solche abgebildet – wie es hier unten an den kleinsten Sternen bei 3:1 am 60“ Einzelframe noch gut zu sehen ist.

Nach Integration von etwa 150 Einzelframes ist die Abbildung der kleinsten Sterne wirklich sehr gut (nur gestackt, nicht weitergehend bearbeitet)


Zusammen gefasst ist das SQA70 Teleskop ein ausgezeichnetes Gerät, die Optik sehr gut, wenn auch nicht perfekt bei Vollformat, die Mechanik sehr stabil und von sehr guter Fertigungsqualität. Ein Teleskop, das meiner Meinung nach ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist und im Brennweitenbereich zwischen 300 und 400mm erste Wahl sein sollte.

Dieser Bericht wurde im März 2026 verfasst und beruht auf ein einzelnes Gerät, welches aus der Serienproduktion stammt, von einem deutschen Händler geliefert wurde und daher sind alle Ergebnisse und Schlussfolgerungen nur auf dieses eine Gerät bezogen und erheben keinen Anspruch, generell gültig zu sein.

Georg N. Nyman


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