SYQON Starless
Syqon Starless ist ein neues Programm zur (nicht nur) Entfernung von Sternen. Es hatte voriges Jahr zuerst eine Betatestversion und dann eine Version 1 gegeben - ich konnte beide testen und war nicht besonders begeistert von den Qualitäten der Sternentfernung - zu viele Fehler, zu viele Reste und zu viele Artefakte - eben ein Programm, an dem live gearbeitet wurde.
Syqon Starless ist auch als etwas reduzierter Modul in der SetiAstroSuite Pro enthalten - als eine der drei Optionen für die Entfernung von Sternen.
Nach vielen Wochen warten, mit dem Programmurheber kommunizieren und Informationen austauschen, war es soweit, Starless V1.6 mit Axiom V2 ist vorhanden.
Ich habe das Programm gleich heruntergeladen und aktiviert.
Dies ist der Startbildschirm
Zur Zeit (22.2.206) gibt es noch keine Hilfefunktion und kein inline/Online Manual - aber die einzelnen Ikons sind ziemlich selbsterklärend.
Man kann praktisch alle gängigen Bildformate laden - auch das PixInsight XISF Format. Ich habe XISF, FITS, FIT, TIFF und JPEG ausprobiert - funktioniert alles.
Der Programmierer hat mir geschrieben, dass man lineare Bilder verwenden soll, um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten. Diese linearen Bilder sollten gleich nach dem Stacking eingespielt werden, damit der sehr rechenaufwendige Algorithmus nicht durch prozessinhärente Datenveränderungen irritiert wird und dann schlechte oder unbrauchbare Ergebnisse liefert. Lineare ungestreckte Bilder müssen für die Berechnung im Programm vorgestreckt werden, damit die Sterne korrekt von den anderen Bildinhalten unterschieden werden können.
Man lädt ein Bild ( zB M33 linear) ein und aktiviert die automatische Streckung, die man verändern oder auch einfach so belassen, wie die Grundeinstellung es vorsieht - es hat keinen Einfluss auf die Bearbeitung, nur auf die Darstellung am Monitor.
Um das Bild besser beurteilen zu können, wird es gestreckt - die Streckung ist sehr stark, aber wie gesagt, hat keinen Einfluss auf die nachfolgende Entsternung. Aktiviert man den PreStretch, was bei linearen Bildern notwendig ist, so kommt ein zusätzliches Ikon auf den Bildschirm und man kann die Stärke und Parameter des PreStretch anpassen.
Bevor man Run Starless aktiviert, sollte man noch die verschiedenen Parameter der Entsternung anpassen:
Background Correction und Color Balance sind eine gute Option für die Aktivierung. Allerdings sollte man die Background Correction nur dann aktivieren, wenn wirklich ein sehr inhomogener Hintergrund mit Gradienten vorhanden ist.
Die Sternenmaske speichern ist notwendig, wenn man nach der Bearbeitung des entsternten Bildes dieses wieder mit dem Sternbild vereinen möchte.
Speichern kann man die beiden Ergebnisse dann als TIFF, PNG, JPEG oder FITS. Die Option TIFF ermöglicht dann noch die Speicherung in 8bit, 16bit oder 32bit float. Das Speichern als FITS gilt als Standardoption in der Astrofotografie und erfolgt in 32bit floating.
Hat man alle Parameter nach Wunsch eingestellt, so kann die Entsternung beginnen - diese kann man auf dem Bildschirm verfolgen, denn diese geschieht schrittweise in Blockform. Die Größe und die Überlappung der Blöcke kann man mit den Parametern einstellen.
Der Prozess geht bei einem leistungsstarken Rechner sehr schnell - nach ein paar Sekunden bis Minuten (je nach Rechnerperformance) ist das entsternte Bild fertig
Jetzt ist dieses Bild speicherbar und das Sternenbild ist bereits gespeichert - am Ort des Bildes, das genommen wurde.
Wie schnell das gehen kann, zeigt am Ende dieses Berichts ein mitgeschnittenes Video, das den Entsternungsprozess live zeigt - und zwar am linearen Bild von WR134.
Man kann also jetzt das entsternte Bild entsprechend bearbeiten, verbessern, die Sättigung anpassen etc... und dann im Programm Starless wieder vereinigen. Dazu lädt man das nach wie vor lineare Sternbild und das gestreckte und bearbeitete sternlose Bild in das Programm ein und verbindet beide zu einem neuen Bild, das dann gestreckt und mit den Sternen vereint abgespeichert werden kann.
Es gibt noch die Option Reduce Star - 1 ist voreingestellt, also keine Reduktion. Diesen Wert kann man zB auf 2 oder 3 (schon sehr stark) setzen und damit bei der Vereinigung der beiden Teilbilder eine gleichzeitige Reduktion der Sterne erreichen.
Da jedes Bild einer Galaxie oder eines Nebels mit Sternen sehr unterschiedliche Anteile von Sternen, Sterngrößen und Dichte hat, macht es viel Sinn, mit den diversen Parametern zu experimentieren, um die besten Ergebnisse zu erhalten.
Zurück zu
Das Video hier zeigt die aktuelle Dauer eines Prozesses zur Sternentfernung an einem linearen LRGB Bild von WR134. LRGB ist bei diesem Ha/OIII Nebel notwendig um farbrichtige Sterne am Ende des Postprocessing dann mit den fertigen, aber sternlosen Ha/OIII Bild verbinden zu können. Daher werden in diesem Fall nur die Sterne gebraucht, das flaue LRGB Bild ist ohne Belang.