Sternentfernung - Make it starless
Die temporäre Entfernung der Sterne während des Prozesses der Bildaufbereitung ist meistens eine Notwendigkeit, da Sterne andere Entwicklungsparameter benötigen als großflächigere Strukturen - zB Nebelgebiete.
In den Anfangszeiten der Astrofotografie war es praktisch unmöglich mit einem vernünftigen Aufwand, Sterne aus einer Aufnahme zu entfernen und dann wieder einzukopieren. Die neuesten Programme für diesen Schritt basieren auf der Überlegung, dass die Sterne Strukturen verdecken, die sich in unmittelbarer Umgebung des (projezierten) Sterns befinden. Also wird, vereinfacht gesagt, der Bereich derjenigen Pixel, die von einem Stern bedeckt werden, durch eine Art Klonen der unmittelbaren Nachbarschaft ersetzt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Sternentfernung ist auch ein verlässliches Erkennen der Sterne - und hier beginnt schon ein Problem!
Was ist ein Stern und wie unterscheidet er sich von anderen Elementen eines Bildes, zB von einem kleinen Bereich eines hellen Nebels, etwa eine Nebelschwade? Ein Stern ist definitionsgemäß rund und recht klar von der Umgebung abgegrenzt. Durch die Optik bedingt, nicht perfekt klar und scharf abgegrenzt, aber doch recht gut definierbar (je besser die Sterne in der Aufnahme sind, desto besser werden sie auch erkannt). Es gibt verschiedenste Algorithmen, die das bewerkstelligen. So bekommt man die Koordinaten eines Sterns in einem Bild und mit der gemessenen Ausdehnung zusammen, kann dann der Stern aus dem Bild entfernt, in ein neues Bild eingesetzt und das verbleibende "Loch" mit Umgebungsinformation gefüllt werden. Je besser diese Prozess laufen, desto klarer ist dann sowohl das erhaltene Sternenbild als auch das entsternte Bild.
Die SetiAstroSuite Pro bietet drei verschiedene Sternentfernungsmethoden an - Darkstar, Starnet++ und seit der letzten Version auch Syqon Starless. Aus meinen persönlichen Versuchen sehe ich Darstar als das am wenigsten gut funktionierende Programm an, Starnet++ ist ja alt bekannt und gut, aber das neu entwickelte Syqon Programm hat bei meinen Versuchen weniger gut als erhofft abgeschnitten.
Der Vollständigkeit halber habe ich aber noch die gleichen Bilder mit dem Programm StarXterminator aus PixInsight verglichen -es ist meiner Meinung nach das beste Programm - auch wenn Syqon bei manchen Bildern weniger Artefakte macht als StarXterminator.
Wie funktioniert der Entsternungsprozess - man hat ein Bild mit Sternen - meistens gleich nach dem Stacken oder nach erst wenigen vorprozess-Schritten. Ich habe aber ein Bild genommen, das praktisch fast fertig entwickelt ist, man sieht einfach mehr und besser, worum es geht.
Das Bild ist M20, einer der sehr bekannte Emissions/Reflexionsnebel
Man ruft das Ikon mit dem negativ Zeichen unter dem Stern (Remove stars) auf und dann kann man die Methode wählen. Zuerst das Syqon-Starless Programm
Ein erstes Mal muß man das Model Nadir herunterladen und installieren - das kostet 5 Euro (oder mehr als Spende) und kommt als .zip File. Extrahieren und dann das heruntergeladene File "nadir" (nicht den Folder) installieren. Die eingestellten Werte sind recht gut und funktionieren auch meistens gut. Nach kurzer Zeit ist das Ergebnis vorhanden - ein Sternenbild und ein sternloses Bild. In diesem Fall zeigt es sich, dass beim Sternenbild auch Anteile des sternlosen Bildes mitextrahiert wurden - aber das sternlose Bild hat dadurch nicht viel gelitten und kann recht gut weiter verarbeitet werden.
Als nächstes habe ich den gleichen Prozess mit dem Modul Starnet++ durchgeführt - hier das Ergebnis:
Und zu letzt noch die dritte Option, die leider kein annehmbares Ergebnis erzeugt hat, Darkstar:
Und hier noch das Ergebnis von PI´s StarXterminator - kein Fehler erkennbar:
Bei Starnet waren noch die Reste von einem Halo um 5 helle Sterne zu sehen, das ist hier komplett weg - ein Bild, an dem man nichts aussetzen kann.
Aber ist das Ergebnis auch gleich, wenn man ein lineares Bild gleich nach dem Stackingprozess verwendet? Hier die Ergebnisse:
StarXterminatorSyqon Starless - besser als beim gestreckten Bild, aber dennoch sind Anteile des Nebels enthalten
Starnet++ auch komplett in Ordnung, auch das sternlose Bild schön dargestellt
Darkstar - das schlechteste Ergebnis - Anteile vom sternlosen Bild im Sternenbild und gravierende Sternreste im sternlosen Bild
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