Multiscale Decomposition
Ein Begriff, der nicht jedem sogleich ein - eh klar! entlocken kann, denke ich. Es ist eine Möglichkeit, die Bildinformation in unterschiedliche Frequenzbereiche zu zerlegen (umkehrbar natürlich) und so bestimmte Fequenzbereiche unterschiedlich zu verändern. Damit kann in Summe, nach der Wiedervereinigung aller Bereiche ein zB deutlich kontrastreicheres oder auch ein besser definiertes Bild erzeugt werden.
Das Interessante dabei ist, dass man diese Prozesse gut regeln und kontrollieren kann, was bei pauschalen Prozessen, die nur mit einem "Knopfdruck" aktiviert werden, nicht der Fall ist.
Bei der SetiAstroSuite Pro kann man diesen Prozess durch Anklicken des entsprechenden Ikons aufrufen (oder aus dem drop-down Menu auswählen).
Es ist meistens sinnvoll, Veränderungen der Struktur, Auflösung, Kontrast etc am L-Kanal eines Bildes vorzunehmen, denn die Farben werden den L-Informationen unterlegt und erzeugen dann den finalen Eindruck, tragen aber selbst meistens nicht sinnvoll dazu bei, etwa den Objektkontrast oder die Feinstruktur eines Bildes zu erhöhen (Sättigung und Objektkontrast sind komplett unterschiedliche Aspekte!)
Hier also ein L-Stack, fertig vorverarbeitet für das weitere Processing - Die Galaxie NGC300
Es ist erkennbar, dass der Kontrast und die Detailwiedergabe der Galaxie nicht optimal sind - relativ flau und nicht optimal in der Feinstruktur. Der MSDC Modul wird aufgerufen und dann sieht es so aus:
Man sieht das aktuelle Bild und rechts einige Optionen. Wie gesagt, wird das Bild in einzelne Frequenzbereiche, also in diesem Fall Pixeldimensionen zerlegt. Hier sind 4 konkrete Bereiche und der restliche Gesamtbereich gewählt worden. Die Layer 1-4 repäsentieren Details mit den Größen 1, 2, 4 und 8 Pixel. Alles was größer ist, wird im Bereich R, den Rest zusammengefasst.
Wenn man nun die einzelnen Bereich selektiert, kann man nur diejenigen Details sehen, die in die gewählte Pixeldimension passen - also im Bereich 3 (wenn er allein ausgewählt ist) nur diejenigen Details, die eine Größe von 8 Pixel überspannen.
Hier etwa Bereich 1, also Layer 1 - 1 Pixel - zur besseren Darstellung habe ich nur einen sehr kleinen Ausschnitt des gesamten Bildes genommen!Man sieht eigentlich nur Rauschen. Durch Veränderung der einstellbaren Werte von Gain, Schwelle, Stärke und Entrauschen kann man selektiv diesen Bereich verändern - wie hier zu sehen ist:
So sehen die anderen drei Layer aus
Jetzt kann man das Resultat mit dem originalen Bild verbinden (oder ein neues Bild erstellen)
Der Vergleich vorher - nachher zeigt die subtilen Veränderung, die durch diesen Methode erzielt wurden:
Links das Ergebnis nach der Multiscale Decomposition und rechts das Anfangsbild (etwa 300% Ausschnitt)
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